3.3 Kollektive Identität
...Zwischen personaler Ich-Identität und kollektiver Identität besteht eine paradoxe Beziehung. Das Individuum benötigt den Spiegel einer Gemeinschaft, um Identität ausbilden zu können. Gleichzeitig kann kollektive Identität nicht unabhängig von Individuen existieren, „sie ist unlösbarer Teil individuellen Wissens und Bewusstseins“ (Pollak/Mokre 1999: 319). In diesem Prozess der wechselseitigen Spiegelung ist die kollektive Identität symbolische und sinngebende Konstruktion zur Ausbildung und Aufrechterhaltung einer personalen Identität.
Ein Gemeinschaftsgefühl entsteht jedoch auch durch die Schaffung von ‚Gegen-Identitäten’. Die der eigenen Gruppe zugehörigen Werte werden als allgemeingültig verstanden und in dem Maße internalisiert, dass das Bewusstsein entsteht, auf der richtigen Seite zu stehen. Durch die Abgrenzung zu andersartigen Gesellschaften kann sich bloßes Zugehörigkeitsgefühl zu einer kollektiven Identität steigern. Dabei erscheint laut den Autoren Pollak und Mokre der Aufbau eines Feindbildes theoretisch für stärkere kollektive Identität notwendig.
Quellen:
Pollak, Johannes /Mokre, Monika (1999): Europäische Kulturpolitik als Identitätspolitik, Formen, Prozesse Resultate. ÖZP 3/1999 S.317-331
Ich habe diesen Text-Auszug nur reingestellt um etwas zur Wechselbeziehung Ich-Identität+Gesellschaft zu sagen, damit waren wir bisher im unreinen.
Ab jetzt gibts hauptsächlich Grafik;)
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